Die drei Bausteine der elektrischen Effizienzarchitektur
Elektrische Effizienzarchitektur reduziert den elektrischen Energieverbrauch in stromintensiven Industriebetrieben nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch drei aufeinander aufbauende Bausteine — Diagnose, Bewertung, Reduktion. Die Messklinik quantifiziert das Stromleck-Potenzial am Mittelspannungstransformator. Energy Data Engineering interpretiert die Rohdaten in standortspezifische Einsparpotenziale. Der elektrische Effizienzfilter setzt das Potenzial in tatsächlich reduzierten Verlust um.
Seit 2010
im Produktiv-Einsatz
1.400+
Effizienzfilter ausgeliefert
Mehrere hundert
Referenzkunden DACH
Peer-reviewed
Elsevier Energy and AI 22 (2025) 100631
Abschnitt 2 · Konzept
Warum drei Bausteine — und nicht eine einzelne Lösung
Verluste sind nicht direkt sichtbar — sie müssen erst messbar gemacht werden
In stromintensiven Produktionsbetrieben entstehen Verluste durch Stromdynamik, Oberschwingungen, Unsymmetrien und thermische Verluste — Effekte, die in klassischen Stromzählern und Energiemanagementsystemen nicht differenziert ausgewiesen werden.
Rohdaten allein liefern noch keine Einsparung
Erst die technische Reduktion macht das Potenzial zu Geld
Fundament
Unser Fundament basiert auf einem etablierten Partnernetzwerk und jahrzehntelanger Erfahrung in der Elektrotechnik. Erst durch die Zusammenarbeit mit Elektroinstallationspartnern, Datenwissenschaftlern von Hochschulen, dem Elektrogroßhandel Alexander Bürkle, dem Energieversorger enercity und VdS-Sachverständigen wird die Basis geschaffen, die unsere drei Bausteine tragfähig macht.
Messklinik · Energy Data Engineering · Effizienzfilter
Messklinik
14-tägige Vorab-Messung direkt am Einspeisepunkt beim Mittelspannungstransformator. Erfassung hochauflösender Rohdaten von Strom, Spannung und Frequenz. Auswertung mittels zweistufigem ML-Modell (Ridge-Regression + XGBoost).
→ Quantifiziertes Stromleck-Profil in kWh, vor Filter-Installation
Energy Data Engineering
Datenwissenschaftliches Fachgebiet (Studiengang an HS Offenburg seit 2019). Interpretiert die Rohdaten und übersetzt sie in standortspezifische Einsparpotenziale. ECV®-Messverfahren istWirtschaftlichkeits-Spezialfall innerhalb EDE.
→ Standortspezifische Einsparpotenziale — inkl. ECV® als Wirtschaftlichkeits-Spezialfall
Elektrischer Effizienzfilter
MSR-Einheit (dreiphasiger Drehstrom-Passiv-Filter) zwischen MS-Trafo und Niederspannungshauptverteilung. Reduziert Stromdynamik, Oberschwingungs-, Unsymmetrie- und thermische Verlustkomponenten direkt am Werksnetz.
→ Reduktion von Stromdynamik, Oberschwingungs-, Unsymmetrie- und thermischen Verlusten
Wichtig — ECV ist kein eigener Baustein
Wie die drei Bausteine im Projekt zusammenwirken
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Erstkontakt und Vorprüfung
Prüfung der wirtschaftlichen Eckdaten, insbesondere des Jahresverbrauchs im 400-V-Niederspannungsnetz. Schwellenwert für die Effizienzfilter-Investition: ca. 800.000 kWh.
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Baustein 1: Messklinik am MS-Trafo (14 Tage)
Diagnostische Vorab-Messung direkt am Einspeisepunkt beim Mittelspannungstransformator. Erfassung hochauflösender Rohdaten von Strom, Spannung und Frequenz.
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Baustein 2: Energy Data Engineering (Bewertung)
Interpretation der Rohdaten mittels zweistufigem Machine-Learning-Modell. Übersetzung in standortspezifisches Einsparpotenzial und Auslegungs-Parameter für den Effizienzfilter.
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Investitions-Entscheidung
Auf Basis der Bewertung: Direktinvestition (BAFA-Modul 3 bis zu 35 %, nur Deutschland) oder Contracting-Modell.
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Baustein 3: Effizienzfilter-Installation (1 Werktag)
Einbau am Niederspannungs-Hauptverteiler innerhalb eines Wochenendtages. Bypass-Schalter wird für den späteren ECV®-Nachweis mit installiert.
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ECV®-Einsparnachweis
Nachweis der tatsächlich eingesparten kWh über das ECV®-Messverfahren. Zwei Messreihen (mit und ohne Filter). Die Energiedichte-Differenz beweist die Einsparung in kWh.
Wissenschaftliche Verankerung
„Bisherige Messverfahren konnten die Vielzahl der Schwankungen im 400-V-Niederspannungsnetz nicht differenziert berücksichtigen.“
Die methodische Grundlage des Drei-Bausteine-Modells wurde gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Jörg Bausch (HS Offenburg) entwickelt und peer-reviewed im Journal Elsevier „Energy and AI“ 22 (2025) 100631 publiziert. Livarsa ist offizieller Projektpartner der Hochschule Offenburg. Das ECV®-Messverfahren ist bei der entsprechenden IEC-Normungsgruppe diskutiert und als Entwurf eines Technical Reports unter dem Arbeitstitel „Evaluation Framework for Electrical Installations Using Interval-Based Measurement Techniques“ eingereicht.
Abgrenzung zu Einzel-Komponenten
- Photovoltaik-Anlage reduziert den Strombezug aus dem Netz — ändert nichts an Verlusten innerhalb des Werksnetzes.
- Energiemanagementsystem (EMS) macht den Verbrauch transparent — reduziert ihn aber nicht selbst.
- Klassische Kompensationsanlage adressiert nur die Blindleistungs-Komponente — Stromdynamik, Oberschwingungen und thermische Verluste bleiben.
- Klassischer Energieberater liefert in der Regel keinen quantifizierten Einsparnachweis in kWh.
Zusammenspiel mit bestehenden Maßnahmen
Elektrische Effizienzarchitektur ersetzt PV-Anlagen, EMS und klassische Kompensation nicht — sondern ergänzt sie auf einer anderen Wirkungs-Ebene. Sie reduziert die Verluste, die die anderen Maßnahmen nicht adressieren.

Mario Ditella,
Geschäftsführer der LIVARSA GmbH, Deutschland
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